Mein Notizbuch

7.5.2012



Dieses sumpfige Waldstück ist mir immer etwas unheimlich. Um nasse Füsse kommt man auch nicht herum. Und was mich am meisten zur Verzweiflung treibt ist, dass man in dem ganzen moorigen Modder keinen vernünftigen Stand für das Stativ findet, egal wie tief man es fluchend und zeternd in den matschigen Boden zu rammen versucht. Das grüne Zeug, auf das die Bäume ihre Schatten werfen, ist übrigens kein Rasen, sondern Entengrütze. Wie gesagt: irgendwie ist mir diese Ecke etwas unheimlich.
4.5.2012



Gerade aus der Post gefischt: In der aktuellen Ausgabe der TV Hören und Sehen habe ich über einige meiner Tierfotos berichtet, wie ich sie gemacht habe und was mir dabei wichtig war. Das Foto oben links entstand erst im zweiten Anlauf: Während ich die Bolonka Zwetna-Welpen fotografierte, steckte einer der neugierigen Knuddel seinen Kopf in die Gegenlichtblende und davon wollte ich unbedingt ein Foto haben. Also nahm ich zu einem zweiten Shooting meine wA mit und tatsächlich tat uns der kleine Kerl den Gefallen und machte das erneut. Ich hatte vorher sicherheitshalber mit einer Scheibe Serrano-Schinken durch die Gegenlichtblende gewischt, aber das wäre vermutlich gar nicht nötig gewesen...
3.5.2012



Als Kind habe ich Löwenzahn gehasst, woran das Gewächs an sich schuldlos war. Aber sobald es sich im Frühling zeigte, wurde ich Tag für Tag losgeschickt Löwenzahnblätter zu pflücken und heimzuschaffen. Mengen von Blättern. Waren sie zu Beginn noch jung und hellgrün, wanderten sie in die Küche und wurden aufgetischt. In den anschliessenden Wochen, wenn das Grünzeug dunkler wurde, bekamen es unsere Kaninchen, was bedeutete, dass weitaus grössere Mengen beigebracht werden mussten, als bislang erforderlich war. Und während die anderen Kinder spielten und herumtobten, erntete ich Löwenzahn. Und hasste ihn. Wundersamerweise ist keine posttraumatische Verbitterungsstörung zurückgeblieben. Heute freu ich mich unendlich, wenn er mit seinem fröhlichen Gelb tausendfach die Wege säumt und die Wiesen zum Leuchten bringt. Und wenn man ihn sich mal aus der Nähe anschaut, ist er schon ein kleines Kunstwerk. Bei uns hier im Norden heisst das Zeug "Butterblume", was auch viel sympathischer klingt.

2.5.2012


30.4.2012




War auf dem Weg zu meinem Sonntagscappuccino, bin an dem Sportplatz vorbeigefahren und hab schon auch aus den Augenwinkeln die Szene registriert. Aber erst eine halbe Minute später hat es geklickt. Also Vollbremsung und zurück. Und Glück gehabt: die Mannschaft tummelte sich offensichtlich nach wie vor mit Mann und Maus im gegnerischen Strafraum und der Torwart stand noch genauso allein und verloren in seinem Kasten wie ein paar Minuten vorher. Dies war von den 6 Bildern, die ich machen konnte (bevor die andere Mannschaft wieder massenhaft vor dem Tor auftauchte) mein Favorit, weil die Armhaltung so schön zu der restlichen Symmetrie des Fotos passte.
29.4.2012


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